Antonio Bueno Tubia
Gedanken zu Berlin
Berlin ist selber ein Symbol. Ein Symbol, dass sich viel durch die Geschichte der letzten hundert Jahre verwandelt hat und das sich in unserer Gegenwart wieder in Bewegung setzt um erneuerte Buchtaben zu finden, sodass sie für die Sprache der Weltkultur sich klar, verständlich und sogar lieb machen können.
Es ist schon fast dreissig Jahre her, seit ich das erste mal nach Berlin kam. Ich wurde tief hineingezogen von den tellurischen Kräften dieser Stadt. Europa lag da. Die Spitze der Entwicklung des 20ten Jahrunderts lag da - Lag da lebendig - unerlöst. Und lag als vergessene Reste unserer Geschichte, als Menschgehörige in jeder Ecke, in jedem Strassennamen, in unerwartetem Gelände, die fast wie Niemandsland waren und waren im Grund genommen Jedermannsland, sogar meines. So fühlte ich damals malte einige Bilder, und schrieb meinen ersten veröffentlichten Gedichtsband: “Berliner Elegie”.
Seitdem hat es auf der Welt viel geregnet, in mir, und besonders in dem was Berlin betrifft. Jetzt in diesem Projekt geht es um die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche - auch ein Symbol. Ein Symbol mittendrinnen in einem Symbol. Ein Symbol das sich wieder neu interpretieren will, das aus einer komplexen Vergangenheit kommt und mit der Sprache der Gegenwart seinen innersten Geist in voller Klarheit ausdrücken will und soll. Kunst kann was dazu erläutern, und zwar Vieles. Ich bin sehr froh an diesem Projekt teilzunehmen, dazu bringen was mich durch die Jahre beschäftigt hat: Wort und Farbe, Lyrik und Malerei, beides verbunden mit einer Stadt die ich fühle wie einen wichtigen Teil von mir.
Entre el peso y la distancia
el ala
es el ángel
que en la copa de la nube
apura su estar insólito
implora la compañía
de la carne que dejó
Zwischen Gewicht und Entfernung
Der Flügel
Ist der Engel
Der im Kelch der Wolke
Sein seltsames Sein austrinkt
Und die Begleitung
Des Fleisches, das er hinterließ
erfleht

