“ Gedächtnis entsteht ” oder “ Die Kunst des Gedächtnisses ”

Emily Pütter Mischtechnik

Ziel: Rettung des Alten Turms
12 beteiligte Künstler/Innen schaffen 12 Kunstwerke, um einen Denkanstoß für den historischen und den kunsthistorischen Wert dieser Kirche für Deutschland, Europa und das internationale Ausland zu geben. Darüber hinaus werden die eigens dazu geschaffenen Werke zur Versteigerung angeboten, um durch die Erlöse einen Beitrag zur Rettung des Turms der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu leisten. Alle beteiligten Künstler/Innen haben sich bereit erklärt, ihr jeweiliges Werk unentgeltlich zu spenden.

Vorgeschichte
Auf Anfrage der Berliner Bank hat die Künstlerin Emily Pütter Ende 2007 kurzfristig ein
150/200 cm großes Bild der Gedächtniskirche geschaffen und es beim Neujahresempfang der
Berliner Bank im Schloss Charlottenburg zugunsten der Rettung des Turmes der Kaiser-
Wilhelm-Gedächtniskirche versteigern lassen. Der Käufer bekam mit 7500 Euro den Zuschlag.

Dies wurde ausführlich in der Berliner Presse besprochen. (Siehe „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“ vom 21.01 und 24.01 2008.) Daraus ergab sich die Idee, eine große Ausstellung mit 12 internationalen Künstler/Innen zu konzipieren, inklusive einer sich anschließenden Auktion. Emily Pütter erklärte sich bereit, die Ausstellung unter ihrer Regie in Kooperation mit Factory - Berlin zu organisieren und durchzuführen.

Einige Überlegungen zum Turm:
Der alte Turm der KWG Kirche ist in seiner Ruinenform ein den Berlinern ans Herz gewachsenes Wahrzeichen. Er ist ein gefühltes, von der Bevölkerung liebevoll mit dem Spitznamen „Der hohle Zahn“ versehenes Symbol. Die 1943 bei einem Luftangriff der Alliierten stark beschädigte Kriegsruine ist eine als zerbombtes Rudiment erhaltene „Generationsruine“, d.h. jede Generation sollte ihren Beitrag für deren Erhalt leisten, damit das Geschehene auch für nachfolgende Generationen als Symbol bewahrt wird. Die auf der Straße zum Thema befragten Leute assoziieren spontan: ”Ein Wahrzeichen gegen Krieg” oder „der 2. Weltkrieg“ oder “Berlin”, ohne dies weiter zu spezifizieren.
Daher die Idee, diesen Turm durch eine Außenperspektive in den Fokus zu rücken, um somit seine Symbolbedeutung aus diesem erweiterten Standpunkt heraus neu zu artikulieren. Die Kampagne zur Rettung des Turmes steht unter der Überschrift „Ein Kirchturm, der bewegt“. Dies kann auch als Frage gelesen werden: Wen bewegt dieser Turm? Wodurch bewegt gerade diese Ruine? Wozu könnte sie bewegen? Das Kunst-Projekt sucht Antworten auf diese Fragen, indem es den Turm aus einer internationalen Vielfalt von Perspektiven in den Blick nimmt.

Das Kunst-Projekt "Gedächtnis entsteht“ oder „Die Kunst des Gedächtnisses”

“12 Perspektiven + 1”

Künstler/Innen aus verschiedenen Regionen und Religionen der Welt, unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Sichtweisen betrachten dieses Symbol und arbeiten völlig frei dazu. 12 + 1 Perspektiven auf ein herausragendes Wahrzeichen einer Stadt, die sich selbst im ständigen Wandel befindet. Eine deutsche und kirchliche Kriegsruine, die als solche unbedingt erhaltenswert ist. Im
zusammenwachsenden „Global Village“ sollte ihre Bedeutung aber auch international konstituiert werden. Die Künstler unterschiedlichster Nationalitäten werden diesen Prozess anregen. Die ausgewählten Künstler/Innen (siehe unten) sind sowohl in ihren Herkunftsländern, als auch in der internationalen Kunstszene beheimatet: sie kommen aus England: Rachel Lumsden, Amerika: Maddy Rosenberg, Spanien: Rafael Mundi und Antonio Bueno Tubia, Italien: Angiola Bonanni, Frankreich: Christoff Baron, Russland: Oleg Ikona, Polen: Iwona Cur, Korea: Shon SoYoung, Argentinien: Sergio Sunblad, Türkei: Adnan Kalkanci, Österreich: Leo Königsberg und der ehemaligen DDR: Rolf Biebl. Alle werden speziell zu diesem Anlass ein Werk schaffen, das aus ihrer höchst persönlichen Auseinandersetzung mit dem historischen Bauwerk und seiner Bedeutung entsteht.

Ausstellung der 12 +1 Werke in der Kapelle der Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche

Anfang September werden die entstandenen Werke der 12 +1 Künstler für zwei Wochen der
Öffentlichkeit in der Kapelle der KWGK zugänglich gemacht werden.


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