Auktion
Iwona Cur
"Signum temporis"
Linolschnitt 1/1
170 / 120 cm
2008

Iwona Cur, geboren 1978 in Pulawy/ Polen, schloss 2003 ihr Studium an der Europäischen Kunstakademie Warschau – Fachrichtung Grafik – mit summa cum laude ab. Im gleichen Jahr war sie Finalistin des Nationalen Wettbewerbs des Staatspräsidenten für das beste Diplom der Schönen Künste und erhielt ein Jahresstipendium der Bank Millenium PRESTIGE. Sie lebt und arbeitet in Warschau.
Iwona Curs Bildtechnik ist der Schwarzweiß-Druck von Linolschnitten, die sie mit großer Präzision und hohem Zeitaufwand fertigt. Das Bild wird von zwei Elementen bestimmt: Einerseits die in den Himmel ragende Ruine der Gedächtniskirche, die in morphologischer Auflösung im Hintergrund steht, und andererseits ein der Kirche abgewandetes, von einer schwarzen Silhouette umkränztes Gesicht, vor das Hände geschlagen sind. Hände, die in einer hochfiligranen, fast organisch anmutenden Textur geschnitten wurden und sich von dem Gesicht in ihrer Struktur nur minimal abheben.
Ein von diesen Zentralelementen ausgehender radialer Strahlenkranz lässt das Bild vor expressiver Energie nahezu bersten. Dieser Strahlenkranz des Lichts steht für das menschliche Bedürfnis zu schöpfen, zu bauen. Dem gegenüber steht die Emotion, die in der menschlichen Gestalt zum Ausdruck kommt. Doch nicht deren Gesicht, welches völlig von den Händen bedeckt ist, erzeugt diesen starken emotionalen Ausdruck, sondern die Geste. Die vor das Gesicht geschlagenen Hände stehen kulturübergreifend für Trauer und Entsetzen. Durch das Verdecken des Gesichtes wird der trauernde Mensch entindividualisiert, er oder sie steht für das Leid des Krieges.
Der Titel des Bildes stimmt auf eine Art melancholisch, aber gleichzeitig auch zuversichtlich, dass die im Bild zum Ausdruck kommenden Schrecken enden werden, und Tod und Zerstörung neuer Hoffnung weichen wird.