Auktion
Oleg Ikona
BC (Bombed Culture)
Holz, Tempera, Blattgold und Electronik
33 / 30 / 5 cm
2008

Der 1959 in Lugansk/ Ukraine geborene Künstler lebt und arbeitet in Großbritannien.
Oleg Ikona nähert sich dem Thema „Kunst des Gedächtnisses“ auf eine sehr eigenwillige Art an, die für seine Arbeiten typisch ist. In der Form ostkirchlicher Ikonen werden von ihm spielerisch Themen verwertet, die sich durch eine hohe symbolische Aufladung auszeichnen. Die Verknüpfung dieser im Ursprung für christliche Inhalte vorbehaltenen Darstellungsform mit artfremden Motiven führt zu einem ironischen Bruch, der jedoch nicht als Respektlosigkeit oder gar Blasphemie missgedeutet werden darf.
In Ikonas Kultbild Never bomb culture werden themenbezogene Materialien verwendet. Militärische Devotionalien werden mit christlichen Symbolen und kitschig anmutenden Elementen mit Souvenir-Attitüde kombiniert. Vier russische Sterne zieren den Rand des goldbemalten Zentrums, der mit einem variierten deutschen Sinnspruch versehen ist. Drückt man den gelben Knopf unterhalb des Portraits Wilhelms I., lassen sich rote LEDs aktivieren, die das Konterfei des Kaisers in Herzform zum Leuchten bringen. Zwei – mittig rechts und links - in das Bild integrierte Knöpfe lassen über einen kleinen Lautsprecher, der sich im Zentrum des oberen Bildrandes befindet, Bombengeräusche abspielen. Der Stern auf blauem Grund verweist auf die britische Royal Air Force, die die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zerbombt hat.
Der Spielzeugcharakter von Never bomb culture assoziiert einen humorvollen Schwerpunkt bei der Konzeption von Ikonas Arbeit, doch steht dieser auch für eine ursprüngliche und unbefangene Annäherung an ein Thema, das von Zerstörung und Leid geprägt ist. Diese Herangehensweise lässt angesichts eines zutiefst ernsten Themas kindliche Heiterkeit verspüren und bewirkt damit eine neue emotionale Öffnung des Betrachters.