Auktion
Maddy Rosenberg
Memory, Berlin
Gesamt: 116 / 110
2 Digital Prints +

1 Öl auf Leinwand 17.75 / 12.7 cm
2008

Maddy Rosenberg lebt und arbeitet in New York, wo sie auch geboren wurde. Sie verbringt jedes Jahr einige Monate in Europa, wo sie neue Inspirationen sammelt, an Ausstellungen teilnimmt sowie selbst Ausstellungen kuratiert.
Maddy Rosenbergs Sujet ist das Abbild der Ruine. Für sie sind Ruinen das auratische Erbe der Menschheit, denn die Kulturbauten selbst entfachen erst die Aura ihrer Entstehungszeit, nicht deren Dokumentation oder Geschichtsschreibung. Die allmähliche Zerstörung der Gebäude durch die Elemente oder den Menschen machen eine Zeit erfahrbar, die über das eigene Leben hinausgeht, sei es in der Vergangenheit oder der Zukunft.
Rosenbergs Bilder sind eine lebendige Auseinandersetzung mit diesem Erbe – ein nicht zu überschätzender künstlerischer Ansatz, der neben dem Erhalt der Ruinen selbst und ihrer reinen Dokumentation eine dritte Ebene der Würdigung dieses Vermächtnisses darstellt: Der Blick und die Deutung des von seiner zeitgenössischen Kultur geprägten Menschen auf die Kultur seiner Vergangenheit.
Memory-Berlin zeigt den Torbogen des Ruinenturms der Gedächtniskirche gemalt in anthrazit-blauer Grundtönung. Die teils gestalteten, teils zerklüfteten Flächen des Torbogens changieren intensiv im Farbton und heben die Struktur seiner Oberfläche hervor. Diese Oberfläche wird jedoch nicht formatfüllend weitergeführt, sondern begrenzt durch das Dunkel des Hintergrundes, sie wirkt wie ausgeschnitten. Trotz der plastischen dreidimensionalen Wirkung scheint das Material hinter dieser Oberfläche zu fehlen. Die Oberfläche trägt die wahrnehmbare Information des Verfalls, sie wird zum Objekt minimalistischer Darstellung, in der jede Körperlichkeit fehlt, fast wie bei einer architektonischen Computersimulation. In seiner Eigenständigkeit ist das Bild eine zeitgenössische Reflexion, die eine Brücke schlägt von der Entstehung des Abgebildeten über dessen Zerstörung bis über die Gegenwart hinaus.